First Max Raabe needledrop to make me cry
Drogeninduzierte, chronifizierte, schizo-affektive Psychose des manischen Formen- kreises, Typ polytox, kein morphin Typ - das ist die Diagnose meines Vaters. Übersetzt bedeutet das, dass er immer wieder denselben Kreislauf durchlebt: er verfällt in drogen- induzierte Psychosen, wird in Psychiatrien ausgenüchtert und versinkt danach in depressiver Scham. Während dieser Psychosen ist er unberechenbar und lebt seine Gewalt offen aus, gegen die Menschen in seinem Umfeld - auch gegen meine Mutter und mich. Für mich ist er jedoch nicht nur ein Täter, dessen Taten ich zutiefst verurteile, sondern auch ein Mensch, den ich liebe und ein Künstler, den ich bewundere. Seine Psychosen und Innenwelten hat er in Fotografien, Malereien und Skulpturen verewigt und dokumentiert. Er kämpft gegen sich selbst, seine Krankheit und gegen das System. Und ich an seiner Seite.
Eine Krankheit wie ein Gedicht läuft in 1 Kino in Berlin - nächste Vorstellung Mittwoch, 14. Oktober um 17:50 im Hackesche Höfe Kino.
Nächste Vorstellungen: Mittwoch, 14. Oktober.
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Ich weiß nicht genau was ich sagen soll, damit es dem gerecht wird, was der Film in mir ausgelöst hat. Ich werde hier nicht zu persönlich werden, aber OGs wissen dass ich die umgekehrte Eltern-Kind-Rolle zu gut kenne. Auch wenn mein Papa der beste liebste Papa überhaupt war. Genauso musste ich später den Gedanken, dass „nur eine Krankheit aus Papa spricht“ kennenlernen. Es ist nicht wirklich er. Und trotzdem tuts weh und man ist wütend auf die Welt. Und man möchte ihn einfach vor alles und jedem schützen. Ein so ehrlicher, mutiger und liebevoller Film. Ich liebe die Animationen und die Kommunikation über das Comic Buch so sehr und finde es besonders während den AI Slop Zeiten so erfrischend! Ganz gespannt was wir von Jelena Ilić noch sehen werden. Danke! (Mein Papa, der selber gerne seine Gedanken in Form von abstrakter Malerei ausgedrückt hat, hätte den Film ganz toll gefunden🤍)
Der Film begleitet die Regisseurin Jelena Ilić bei der Aufarbeitung ihrer komplexen Beziehung zu ihrem Vater, dem nach jahrelangem Kampf mit einer drogeninduzierten Psychose die Entlassung aus der forensischen Psychiatrie bevorsteht.
Der Film wurde 2026 von Jelena Ilić als tief persönlicher, autobiografischer Dokumentarfilm inszeniert.
Ja, der Film wurde mit mehreren Publikumspreisen sowie dem Encourage Film Talents Special Sauce Award ausgezeichnet.