LB Filmcrew Deutschlandchallenge: Teil 3 - Auf zum DACH der Welt!Ältere Paare, um mich herum und auf der Leinwand. Da war ich mal wieder der Jüngste im Kinosaal. Zuvor bei Shaun dem Schaf zigmal so alt wie das Kernpublikum und wieder davor bei "Watching People Watching Birds" tendenziell wie hier...Gemeinsamkeiten der Publikumsgruppen: Alles kommentieren und beschreiben, was auf dem Bildschirm passiert. "Jetzt ist sie tot." "Jetzt müssen sie sich beeilen!" "Der hat das Haarwuchsmittel benutzt!" "Lass das Fenster auf." "So ein Rotkehlchen haben wir auch immer im Garten." "Eine Hochzeiteinladung!" Finde ich bei den Kindern tendenziell charmanter als bei den älteren Herrschaften, aber eigentlich bei beiden Gruppen teils belustigend, teils irritierend. War ich auch so? Werde ich auch so sein?Und werde ich allein sein? Mit wem und unter welchen Bedingungen will ich meine Sorgen und Freuden und meinen Alltag teilen? Das sind die Fragen, um die es im Film und in der Beziehung zwischen Lore und Harry geht.Dresen zeigt uns den Alltag der beiden mit viel Ruhe und ohne große Sensationen, schon aber mit einer klaren Dramaturgie, in Kapitel eingeteilt, die nach den Jahreszeiten benannt sind. Aufhänger ist die angekündigte Hochzeit der entfremdeten Tochter und die Frage: "Müssen wir da hin?" Ich habe schon bei "Sommer vorm Balkon" Dresens gelassene und unaufgeregte Erzählweise geschätzt, so auch hier.Darstellung von Videospielen ist mal wieder ein wenig "off", immerhin sind die Titel auf der Geburtstagswunschliste der Enkelin, die Harry hilflos stotternd vorliest (lustig!) echte und beliebte Spiele, aber es scheint irgendwelche Gründe zu geben, dass die Enkelin im Film kein echtes Spiel spielen darf und das Platzhalterdings, das sie dann spielt, sieht komisch aus.Schön aber die Integration der Autoren Christoph Hein und Clemens Meyer in witzigen Miniauftritten.Manzel und Krol nehme ich ihre Figuren und ihre lange Beziehung ab, der Film schafft auch die schwierige Balance, dass die Konflikte und Streitereien glaubhaft bleiben und niemand als der oder die Schuldige erscheint, sondern man als Zuschauer eher schwankt oder sie versöhnen möchte. Ich glaube, das ist gar nicht so leicht hinzubekommen.













