Klaus Kinski vs. 5,000 annoyed hippies.What could possibly go wrong?Full review: klaus.kinski.us/jesus-christus-erloser-2008/
Regie Peter Geyer
Jesus Christus Erlöser
Ein rauer, realistischer Dokumentarfilm.
Jesus Christus Erlöser ist eine deklamatorische Rezitation von Klaus Kinski, uraufgeführt im Jahr 1971. Thema ist das Neue Testament, der vorgetragene Text ist von Kinski selbst verfasst. Ein Großteil des Textes ist direkt aus dem Neuen Testament übernommen, insbesondere werden Reden Jesu verwendet. Der Vortrag fängt mit den Worten „Gesucht wird Jesus Christus“ an, aus der Perspektive einer polizeilichen Suche nach Jesus Christus, „angeklagt wegen Verführung, anarchistischen Tendenzen, Verschwörung gegen die Staatsgewalt. Deckname: Menschensohn, Friedensbringer, Erlöser“. Kinski wechselt die Perspektive mehrmals und lässt neben Jesus auch andere Personen aus Jesu Umfeld zu Wort kommen. Kritische Passagen behandeln das damalige Establishment, Kirchen, Parteien und den damals viel diskutierten Krieg in Vietnam.
Jesus Christ Saviour läuft in 1 Kino in Berlin - nächste Vorstellung Sonntag, 18. Oktober um 13:00 im Hackesche Höfe Kino.
Nächste Vorstellungen: Sonntag, 18. Oktober.
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Klaus Kinski vs. 5,000 annoyed hippies.What could possibly go wrong?Full review: klaus.kinski.us/jesus-christus-erloser-2008/
Peter Geyer put together every imaginable snippet of Klaus Kinski's legendary performance on November 20, 1971 in the Deutschlandhalle, creating a completely independent, unique experience. Because Kinski does not - as we know it - fill a television screen with an appearance on a talk show or a narrative construct in one of his many film roles, but he completely occupies a cinema hall for 75 minutes. Full concentration on Kinski. He has to start his lines over and over again because he gets interrupted. It seems a little sensationalistic when one revels in the conflict between Klaus Kinski's cholerics and German ignorance, but there is always that strange moment when one is drawn back into the Deutschlandhalle on November 20, 1971. A spectacle. "One man in the middle of the darkness". You almost want to shout or applaud. A real "movie".Geyer assembled countless images - Kinski himself had commissioned 7 (!) cameras to film his performance, the image material was of such high quality (and expensive; Kinski paid out of his own pocket) that it is still excellent to work with today - so important especially the image-sound coherence. The act of production took several years, and so Geyer is considered somewhat sarcastically as a "Kinski known by heart". Even when you were there, you really couldn't help but get the impression that the good man had become a very restless, excited person because of the Sisyphean task. When a spectator in the audience remarks that he can imagine why people reacted so furiously to Kinski at the time, Geyer asks him to come forward with the words: "Now come over here and explain to me why!" This was by no means ironic and referential to the film - in the middle of which there was this legendary 1:1 sequence between Kinski and an angry viewer - but came from deep within Geyer.
"Komm, halt deine Schnauze, damit du hörst, was ich jetzt sage!"Eine Parabel dessen, dass die unmittelbare Zeit nach der 68er-Bewegung von verwilderter und wirrer Politisierung sowie die Ablehnung jeglicher Autoritäten lebte, die die Disziplin für das Erhören einer aus linker Sicht gerade sehr fruchtvollen Rede verweigerte, junge Leute zum Ergötzen ihrer selbst provozierten, um die Stimme eines gestandenen Schauspielers, der aufgrund seiner exzentrischen und teils manisch-menschenverletzenden Art, in der er alles Erdenkliche tat nicht geliebt zu werden, immer wieder, ohne ihn zu erhören, niederschmetternd abzuweisen, wodurch auch sein Bedürfnis, in Zeiten des Vietnamkriegs, trotz seiner berüchtigten Reputation, eine überraschend friedliche Botschaft, entlehnt aus dem Neuen Testament über die Identität und das Leben Jesu mit seinen Mitmenschen, zu säen, verworfen wird, die genau das widerspiegelt, was die damals junge Generation wollte. Progressivität im Staate Deutschlands, 1971.Amen.
Der Film zeigt eine chaotische Theateraufführung aus dem Jahr 1971 in Berlin, bei der der unberechenbare Schauspieler versucht, einen leidenschaftlichen Monolog über das Leben Christi zu halten, während er sich mit einem feindseligen, dazurufenden Publikum anlegt.
Peter Geyer führte Regie bei diesem Dokumentarfilm aus dem Jahr 2008 und trug dafür lange verschollenes Material dieses berüchtigten Bühnenereignisses zusammen.
Vollständiger Zeitplan auf Mood.