Verwunderlich(?), dass die Filmbubble dieses Jahr nach Sentimental Value schon den zweiten Film so sehr liebt, in dem schauspielende Schauspielende ihre Rolle nur wegen Nepotismus bekommen und das als Sieg der Kunst verklärt wird. Spannendster Moment des Films ist, wenn sich Joachim auf der Suche nach seiner eigenen Identität beinahe in der großbürgerlichen Villa seiner Großeltern verläuft. Als privilegierter Bildungsbürger fühlt man sich hier natürlich verstandenund abgeholt. Aber wenn ich Leute sehen will, die Schauspiel studieren, statt zur Therapie zu gehen, weil ihr Main Character Syndrome sie unfähig zu jeglicher Form von Selbstreflektion macht und ihnen nicht ein Geisterfahrer auf der Autobahn entgegen kommen, sondern Hunderte, dann kann ich mich auch in Berlin vor Humana stellen und gucken, wer mit Mubi-Beutel auf der Schulter und Tom-Schilling-als-Fabian-Gedächtniszigarette-im-Mundwinkel dort reingeht. Aber hey, was auch immer es braucht, damit man mal wieder die eigenen Großeltern anruft. Oder sich im dunklen Kinosaal selbst dafür bemitleidet, dass man immer zu busy war, mal kurz anzurufen, als sie noch gelebt haben und dann kann man euphorisiert von der eigenen Empathiefähigkeit wieder in den Alltag zurücktorkeln. Morgen ruf ich Omi dann aber echt an! Außer es ist irgendwo eine Vernissage.














