Mit mir kann man's ja machen… ich guck mir das ja wirklich an. Immerhin: Eltern & Kindern wird weitestgehend vorenthalten, dass es sich um ein braindead modern-„Maya“-Spinoff handelt; es dürfte sich also generell kaum ein reelles Publikum für diese beim besten Willen nicht sachte, nein, sondern ungehobelt grob in die pervers gurgelnd anrollende Ära der corporate KI-Animation nudgende Ameisenarmee-Abomination finden lassen. Sterben wollen: auch ein valides Multiplexgefühl.
Es regnet viel zu selten – und für die beiden Ameisen Arnie (LukasBS) und Barney (Tim Oliver Schultz) steht fest: Ihr Zuhause ist in Gefahr! Ihre Wiese droht auszutrocknen und benötigt, wie viele andere Orte auch, dringend Wasser. Doch wer Wasser finden will, muss sich zunächst auf die Suche machen. Also brechen die beiden tollpatschigen Ameisen auf. Schon bald merken sie jedoch, dass sie auf ihrer Reise nicht nur dem lebensrettenden Nass auf der Spur sind, sondern auch auf dunkle Machenschaften stoßen. Um ihre Heimat zu retten, müssen Arnie und Barney über sich hinauswachsen und beweisen, dass auch kleine Ameisen ganz Großes leisten können.Eigentlich überrascht das Werk Arnie & Barney – Retten das Wasser zunächst schon einmal. Sicherlich ist das Spin-Off zur modernen Biene Maja nichts, was dem Cineasten irgendwas sagt, wenn er nicht gerade Kinder hat oder ein reges Interesse für jenes Universum mit sich bringt. Auch, daß man dem Grunde nach mit einem Spin-Off um irgendwelche Figuren dieser Welt argumentiert und letztlich der gängigen Logik folgend schon ein triviales Statement setzt, indem man beliebte Figuren auftauchen lässt, daß ist irgendwo schon klar. Gleichwohl verwundert der Film irgendwo, weil er ein zwiespältiges Unterfangen durch und durch darstellt. Das findet sich zunächst einmal im handwerklichen, daß zwischen fehlender visueller Kraft, weil glattgebügelten Bildern anfängt und darin mündet, daß der Film auch auf inhaltlicher Ebene, wie auch im Subtext nicht gerade dermaßen überzeugt, ja letztlich im Grunde keinerlei Bedeutung aufweist. Arnie & Barney – Retten das Wasser zeichnet sich letztlich dadurch aus, daß zwei Ameisen, die irgendwie Teil einer paramilitärischen Einheit sind, irgendwo zwischen Staatstreue und der Rettung der Welt stattfinden. Das kann schon überzeugen, irgendwo und ist dennoch nicht frei von Kritik. Gegenteiliges ist sogar der Fall, weil das Werk seine Haltung zum Militär nicht grundlegend infrage stellt und dabei tatsächlich sogar wieder einmal auf die „coolen“ Facetten der Gewalt anspielt.So richtig verstehen tut man den Film aber ohnehin wohl erst dann, wenn man ein wenig im Universum drin ist. Die wenig aufschlussreiche Figurenzeichnung von einer idiotischen Ameise und einer weniger idiotischen, führt letztlich dazu, daß man mit den üblichen Lachern einer solchen vermeintlich kindgerechten Erzählung vertraut gemacht wird, während unterschwellig schon ein Thema verhandelt wird, was seinen Zuschauern eine Menge zutraut und letztlich im Kern auch völlig richtig ist. Denn was nun passiert und was Teil dieser Geschichte ist, ist, daß in Arnie & Barney – Retten das Wasser der heißeste Sommer seit Monaten herrscht und dadurch scheinbar das Trinkwasser verschwindet. Dürre und die bereits spürbare Klimakatastrophe als Thema zu nehmen, um einen Film auf diese Art und Weise zu erzählen ist bemerkenswert mutig, gerade im Hinblick darauf, daß gerade massentaugliche Kinderfilme aus Deutschland in der Regel zu den dümmsten inhaltlichen Dingen der Filmgeschichte gehören. Nun konterkariert das Werk aber nicht nur auf dieser Ebene. Denn die beiden Hauptfiguren, die sich eigentlich zunächst durch ihre Linientreue definieren, nehmen die Flucht, um die Welt zu retten. Es ist erstaunlich, daß der Film dabei ein sehr klares Bild für einen Antagonisten zeichnet.Denn im weiteren Verlauf zeichnet sich ab, daß ein Mafiaboss das gesamte Wasser hortet, um daraus Profit zu schlagen. Das ist für Erwachsene natürlich noch einmal eine Spur weniger subtil, als man ohnehin denken würde. Und das ist insofern auch positiv auffällig, als das man hier im Grunde einen Unternehmer, also einen Kapitalisten hat, der sich am Leben der Menschen, oder hier besser gesagt der Tiere in Zeiten des Klimawandels bereichern möchte. Das sieht man auch nicht alle Tage im Kinderfilm oder Animationsfilm. Dafür kann man das Werk loben. Allerdings hört es da auch fast schon wieder auf, denn ansonsten ist Arnie & Barney – Retten das Wasser insofern generisch, als das er Figuren zeichnet, die durch wenig einprägsame Momente funktionieren können und letztlich auch nicht so viel zu sagen haben.Ansonsten ist das Drehbuch aber schlicht und ergreifend banal, setzt auf Wendungen, die entweder nicht gänzlich zünden oder einem egal sind. Als großes filmisches Vorbild dürfte hier fast Zoomania (2016) fungiert haben. Doch der Film ist letztlich zu austauschbar und dann wiederum auch sehr langatmig.In der Welt der Tiere verschwindet das Wasser. Das ist das Fundament auf dem Arnie & Barney – Retten das Wasser fußt. Dahingehend ist er schon sehr ehrlich, wobei er auch in weiten Teilen sehr beliebig und generisch wirkt. Als Zuschauer kommt man sehr schwer in das Geschehen, auch, weil sich zu manchem kritischen Thema zu wenig bezogen wird. Und das muss wirklich nicht sein.