Blood Relatives is a dark and gloomy murder mystery that gets off to a good start, with Donald Sutherland's police detective investigating a murder of a young girl that was survived by her cousin. It's a police procedural with plenty of seedy elements, with the central murder investigation surrounded by other sex based crimes. Director Claude Chabrol keeps the atmosphere is moody and oppressive, while the logical plot progression and well timed twists make the first half of this film compelling viewing. Sutherland delivers just the right measure of kindness and dedication in his central role, while the cast is padded out with familiar faces including Donald Pleasence and Davjd Hemmings. Eventually everything starts to coalesce around a missing diary, and this leads to what is essentially an extended flashback in the second half, as we see the events leading up to the murder at the opening of the film. It's somewhat less compelling than the first half, though a focus on some rather taboo areas keeps the whole thing simmering. The identity of the murderer does become way too obvious before the revelation, which somewhat dampens the impact; though it's still a shocking turn of events. Despite a few missteps, there's still plenty to like here.
Dieser bis heute doch recht unbekannte, weil wohl auch vergessene Noir-Krimi war damals der erste Chabrol, den ich überhaupt gesehen habe. Dabei habe ich den nicht bewusst als Chabrol-Film gesehen, bin ich doch nur durch Zufall beim zappen durchs Nachtprogramm auf den Streifen gestoßen. Der Film war schon im vollen Gange, eigentlich habe ich sogar nur noch die Auflösung mitbekommen. Aber ich war auf merkwürdige Weise einfach nur fasziniert, sodass ich mir am nächsten Tag den Film direkt auf Scheibe bestellt habe. Es sollte nicht der letzte Film bleiben, den ich vom „französischen Hitchcock“ sehen würde. Rückblickend lässt sich sagen, dass dies sicher nicht des Meisters bestes Werk ist, aber in der Darstellung eines heiklen Themas gelungen, interessant und spannend: Ein Siebzehnjährige wurde ermordet, auf offener Straße und ohne offensichtliches Motiv. Ihre fünfzehnjährige Cousine war dabei und will den Täter gesehen haben ... Höhepunkte an dem Film sind definitiv der Anfang und die Auflösung, die schön düster Giallomäßig daherkommen. Mit seiner unverkennbaren amerikanischen Einfärbung beweist „Blutsverwandte“ zudem einmal mehr, dass Claude Chabrol, im Gegensatz zu manch einem französischen Kollegen der gleichen Generation, nicht auf einen einheitlichen Stil festgelegt werden kann und auch nicht festgelegt werden mag. Der Autor der Romanvorlage heißt Ed McBain, ein US-Amerikaner; Produktions - und Herstellungsland war Kanada (erwähnenswert ist er also auch als einer der kanadischen tax shelter terrors, für die später die Bezeichnung Canuxplotations erfunden wurde). Der französische Regisseur brachte sich einen Teil seiner Schauspieler gleich mit, besetzte die männliche Hauptrolle aber wiederum mit dem Kanadier Donald Sutherland. Chabrols in Montreal angesiedelter Psychokrimi um Mord und inzestuöse Leidenschaften war ergo eine Internationale Produktion. Allein das babylonische Sprachengewirr und Mindset mag dem Pariser Eigenbrötler nicht gefallen haben. Es liegt nahe, dass Chabrol hingegen an der Geschichte vor allem die längere Rückblende – erzählt aus dem Tagebuch des Opfers – im zweiten Teil interessiert hat. Ohne zu viel preiszugeben, wird darin das Liebesverhältnis der Ermordeten zu ihrem Cousin aufgearbeitet. Auch erfährt man, dass der verheiratete, lüsterne Chef der Ermordeten hinter ihr her war. Wie die Abgründe einer gut bürgerlichen Familienfassade aufgedeckt werden, sind wiederum typische Chabrol-Themen. Die Darstellerriege ist prominent und gut aufgelegt. In Nebenrollen tauchen Donald Pleasence, David Hemmings und Stéphane Audran auf. Auch wenn die Dialoge mitunter holprig sind, mangelt es dem Film nie an visueller Eleganz, insbesondere in der bereits erwähnten Rückblende – alles in zarten Pastellfarben, durchzogen von einer melancholischen Note!